Schwangerschaft & Stillzeit

 

Ernährung in der Schwangerschaft: die wichtigsten Nährstoffe für Mutter und Kind

Jede Mutter möchte die Entwicklung ihres heranwachsenden Kindes bestmöglich unterstützen. Eine ausgewogene Ernährung und gezielte zusätzliche Einnahme (Supplementierung) von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren sind dabei besonders wichtig. In diesem Artikel zeigen wir auf, welche Mikronährstoffe, Fettsäuren und andere wichtige Aktivstoffe Sie während einer Schwangerschaft zusätzlich einnehmen sollten und warum.

 


Inhalt

  • Wieso sind Mikronährstoffe für Schwangere und Stillende von großer Bedeutung?
  • Was nützen Mikronährstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit?
  • Die wichtigesten Mikronährstoffe für Schwangere im Überblick
  • Nährstoffmangel und die Folgen für Mutter und Kind
  • Mikronährstoffe bei Beschwerden in der Schwangerschaft und Stillzeit

 


Wieso sind Mikronährstoffe für Schwangere und Stillende von großer Bedeutung?

Zu keinem anderen Zeitpunkt im Leben einer Frau ist der Bedarf an Mikronährstoffen höher als in der Schwangerschaft und in der Stillzeit.

Bereits in den ersten 3–4 Lebenswochen – also bevor die werdende Mutter weiß, dass sie schwanger ist, haben beim Embryo wichtige Entwicklungsprozesse (Gewebe-/Organentwicklung, Nervensystem) stattgefunden. Daher ist das sich entwickelnde Kind von Anfang an auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen sowie Fett- und Aminosäuren angewiesen. Die werdende Mutter sollte somit bereits vor der Schwangerschaft darauf achten, sich genügend Nährstoffe zuzuführen, um die körpereigenen Reserven aufzustocken. So kann der Organismus optimal auf eine kommende Schwangerschaft vorbereitet werden.

Die Zufuhrempfehlungen für diverse Mikronährstoffe liegen in der Schwangerschaft im Vergleich zum Durchschnittsbedarf um 50–100% höher. Eine Nahrungsergänzung mit einem Nährstoff-Supplement ist daher sinnvoll, um die gesunde Entwicklung des Kindes zu gewährleisten.

Auch nach der Geburt bleibt der höhere Bedarf bestehen. Der Säugling verdoppelt in den ersten 4–6 Monaten sein Geburtsgewicht. Er ist auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung via Muttermilch angewiesen.

 

 

Die Tabelle zeigt deutlich, dass der Bedarf an einzelnen Mikronährstoffen bei Schwangeren und Stillenden teils um 100% höher ist. Demgegenüber steigt der Kalorienbedarf ab dem 2. Trimester der Schwangerschaft aber nur um etwa 12,5% (= 250 kcal/Tag) und ab dem 3. Trimester sowie in der Stillzeit lediglich um ca. 25% (= 500 kcal/Tag) an. Daher ist es wichtig, auf eine zusätzliche Mikronährstoff-Supplementierung mit ausgewogenen und gut verträglichen Präparaten zu achten.

 


Was nützen Mikronährstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit?

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Fett- und Aminosäuren werden vor allem zur Deckung des erhöhten Bedarfs der Mutter gebraucht. Eine ausreichende Versorgung mit allen lebensnotwendigen Mikronährstoffen dient zudem der optimalen Entwicklung des Kindes und fördert einen positiven Schwangerschaftsverlauf.

 


Die wichtigesten Mikronährstoffe für Schwangere im Überblick

Vitamin A

In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft können sehr hohe Mengen an Vitamin A zu Fehlbildungen beim Embryo führen. Darum sollten Schwangere keine Leber und Leberprodukte inkl. Lebertran essen. Ganz meiden sollten Sie Vitamin A jedoch nicht, denn auch ein Vitamin A-Mangel kann zu Komplikationen bei Mutter und Kind führen.

Vitamin C

Das bekannte Vitamin C ist unter anderem verantwortlich für die Bildung von Kollagen. Dieses ist für die Elastizität von Haut, Knochen und Blutgefässen verantwortlich. Eine ausreichende Versorgung über die Ernährung und allfällige Nahrungsergänzungen kommen sowohl Mutter als auch Kind zugute. Bauen Sie also gute Vitamin-C-Quellen in Ihre Ernährung ein. Dazu müssen Sie gar nicht tagtäglich Orangen essen – es gibt noch bessere Quellen für Vitamin C wie z. B. Peperoni, Brokkoli und Kiwi.

Folsäure und andere B-Vitamine

Wie wichtig Folsäure in der Schwangerschaft ist, sollte jeder Frau bereits vor der Schwangerschaft bekannt sein. Der Folsäurebedarf einer werdenden Mutter ist um über 80 % höher als bei einer Frau, welche kein Kind erwartet. Insbesondere im 1. Trimester einer Schwangerschaft ist eine ausreichende Folsäureversorgung sehr wichtig, denn damit können Fehlbildungen wie z. B. ein "offener Rücken" beim Baby vorgebeugt werden

Nicht nur der Bedarf an Folsäure ist in der Schwangerschaft erhöht, sondern auch derjenige an anderen B-Vitaminen (Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Pyridoxin (B6), Cobalamin (B12), Biotin, Niacin, Pantothensäure). Alle erfüllen während der Schwangerschaft viele verschiedene wichtige Funktionen. Somit ist eine ausreichende Versorgung wichtig zur Prävention von Komplikationen in der Schwangerschaft.

Vitamin K

In der zweiten Schwangerschaftshälfte baut Ihr heranwachsendes Kind sehr viel Knochenmasse auf. Weil Vitamin K auch für die Knochenbildung wichtig ist, sollten Sie also in dieser Phase regelmässig Lebensmittel essen, welche viel Vitamin K enthalten. Dazu zählen Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl und Blumenkohl.

Jod

Durch die gesteigerte Hormonproduktion der Schilddrüsen und die vermehrte Ausscheidung über den Urin steigt der Bedarf an Jod während der Schwangerschaft um 67 %.
Jod ist an der Entwicklung der geistigen und motorischen Fähigkeiten des Fötus beteiligt. Bereits ein leichter bis mittelschwerer Jodmangel der Mutter während der Schwangerschaft kann das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen beim Kind erhöhen.

Eisen

Der Körper einer werdenden Mutter muss Millionen von neuen roten Blutkörperchen bilden, um den erhöhten Sauerstoffbedarf zu decken. Zusätzlich muss der Fötus mit genügend Eisen für die Blutbildung versorgt werden. Um diese Funktionen zu erfüllen, verdoppelt sich der Eisenbedarf einer Schwangeren. Die Eisenreserven der Mutter werden dadurch stark strapaziert und es ist schwer, den Bedarf allein über eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft zu decken.

Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA

Immer mehr wird bekannt, wie wertvoll Omega-3-Fettsäuren für den Menschen sind. EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind zwei wichtige Omega-3-Fettsäuren und auch beim heranwachsenden Kind sehr wichtige Bausteine für den Aufbau des Gehirns und der Augen.
Wussten Sie, dass die Hirnzellen eines Menschen fast ausschliesslich während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr gebildet werden? Eine ausreichende Versorgung mit den wichtigsten Fettsäuren ist darum lebensnotwendig. Pflanzliche Öle, Nüsse sowie fettreiche Fische sind gute Quellen für die wichtigen Omega-3-Fettsäuren. 

Zink

Werdende Mütter benötigen etwa 50 % mehr Zink als noch vor der Schwangerschaft. Dieser Mehrbedarf kann häufig nicht alleine durch die Ernährung gedeckt werden. Wichtige Lebensmittelquellen für Zink sind Keimlinge aus Roggen und Weizen, Nüsse wie Pekan- oder Cashewnüsse sowie Rind- und Schweinefleisch oder Käse.
Zink ist an über 300 Stoffwechselvorgängen im Körper von Mutter und Kind beteiligt. Eine ausreichende Versorgung mit Zink kann eine Schwangere vor Erkältungen und Infekten schützen und das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes reduzieren.


Nährstoffmangel und die Folgen für Mutter und Kind

 

 


Mikronährstoffe bei Beschwerden in der Schwangerschaft und Stillzeit

* Achtung: Empfehlungen von Vitamin B6 über 25mg überschreiten den Upper-Intak Level der European Food Safety Authority (EFSA). Hier muss das Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden.