Propolis
Propolis – Die Verbindung zwischen Pflanzenwelt, Bienen und Mensch
Zahlreiche Bäume und Pflanzen, darunter auch die Pappel, bilden natürliche Harze, um Knospen und verletzte Rindenbereiche vor Umwelteinflüssen, Austrocknung sowie äußeren Belastungen zu schützen. Diese harzigen Substanzen werden von Honigbienen gesammelt und mit körpereigenen Enzymen zu Propolis verarbeitet.
Innerhalb des Bienenstocks erfüllt Propolis wichtige Aufgaben: Es dient zur Versiegelung kleiner Öffnungen, unterstützt die Stabilität der Waben und trägt zur Aufrechterhaltung eines geschützten Stockklimas bei. Durch die intensive Beobachtung der Bienen entdeckten Menschen die besonderen Eigenschaften dieses Bienenprodukts und begannen, Propolis auch außerhalb des Bienenstocks vielseitig zu verwenden und näher zu erforschen.
Eine traditionsreiche Natursubstanz
Propolis wird seit Jahrtausenden geschätzt. Bereits die alten Ägypter nutzten es bei der Einbalsamierung, während Griechen und Römer seine Anwendung zur Pflege von Haut und Wunden beschrieben. Auch in der europäischen Volksheilkunde wurde Propolis traditionell für Haut und Schleimhäute verwendet.
Als Naturprodukt variiert seine Zusammensetzung je nach Region, da unterschiedliche Pflanzenquellen und Bienenarten die Inhaltsstoffe beeinflussen. Erst moderne Analyseverfahren ermöglichten es ab den 2000er-Jahren, Propolis genauer zu charakterisieren und Qualitätsstandards zu entwickeln.
Propolis - Natürliche Vielfalt aus über 500 Inhaltsstoffen
Propolis ist ein komplexes Naturprodukt, in dem bislang mehr als 500 verschiedene Inhaltsstoffe nachgewiesen wurden. Zu den besonders bekannten Bestandteilen zählen unter anderem CAPE (Kaffeesäurephenethylester) sowie Flavonoide wie Pinocembrin, Chrysin, Quercetin und Galangin.
Die besonderen Eigenschaften von Propolis werden auf das Zusammenspiel seiner zahlreichen natürlichen Inhaltsstoffe zurückgeführt. Dabei steht nicht ein einzelner Wirkstoff im Mittelpunkt, sondern das harmonische Zusammenwirken der enthaltenen Pflanzenstoffe.
Je nach botanischer Herkunft variiert das Erscheinungsbild von Propolis. Die Farbe reicht von gelb-braunen bis zu dunkelbraunen oder nahezu schwarzen Tönen. Charakteristisch sind zudem sein angenehm harziger, leicht holziger Duft sowie die feste bis leicht balsamische Konsistenz.
Wie wird Propolis gewonnen?
Propolis wird von Honigbienen aus pflanzlichen Harzen hergestellt und dient im Bienenstock als natürlicher Schutzstoff. Für die Gewinnung nutzen viele Imkereien spezielle Propolisgitter aus Kunststoff. Die Bienen verschließen die feinen Öffnungen dieser Gitter mit Propolis, sodass das wertvolle Bienenprodukt gezielt gesammelt werden kann.
Nach der Entnahme werden die Gitter stark gekühlt. Durch die niedrigen Temperaturen wird das Propolis spröde und lässt sich anschließend schonend sowie effizient von den Gitterflächen lösen.
Propolis zählt zu den seltenen Bienenprodukten. Abhängig von Standort, klimatischen Bedingungen und dem verfügbaren Pflanzenangebot erzeugt ein Bienenvolk in der Regel nur etwa 50 bis 500 Gramm pro Jahr. Die produzierte Menge liegt damit deutlich unter der jährlichen Honigernte.
Braunes und grünes Propolis
Braunes Propolis wird vorwiegend in Europa aus Harzen verschiedener Pappelarten gewonnen, während grünes Propolis hauptsächlich aus Brasilien stammt. Beide Varianten besitzen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften, unterscheiden sich jedoch in ihrer natürlichen Zusammensetzung. Vergleichende Untersuchungen deuten darauf hin, dass braunes Propolis in bestimmten Bereichen stärkere Eigenschaften aufweisen kann.
Wie lässt sich die Qualität von Propolis beurteilen?
Da die Zusammensetzung von Rohpropolis durch Herkunft, Vegetation und Umweltbedingungen beeinflusst wird, können sich natürliche Unterschiede zwischen einzelnen Chargen ergeben. Dies erschwert den direkten Vergleich verschiedener Propolis-Produkte. Moderne Verarbeitungsverfahren ermöglichen die Herstellung standardisierter Propolis-Extrakte mit einem definierten Gehalt an Polyphenolen und einer gleichbleibenden Zusammensetzung. Dadurch wird eine hohe Produktkonstanz sichergestellt. Für die Herstellung hochwertiger Extrakte wird das Rohpropolis zunächst gereinigt und von Wachsanteilen befreit. Anschließend werden die wertgebenden Inhaltsstoffe durch geeignete Extraktionsverfahren gewonnen. Wichtige Qualitätskriterien sind ein standardisierter Polyphenolgehalt, die Überprüfung auf mögliche Verunreinigungen sowie die lückenlose Dokumentation und Rückverfolgbarkeit der Herkunft des eingesetzten Rohmaterials.
Propolis und seine Anwendungsbereiche
Propolis wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen erforscht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der lokalen Anwendung im Mund- und Rachenraum. Dabei zeigen vor allem entzündliche Beschwerden wie Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Mukositis (Schleimhautentzündung) sowie Infektionen der oberen Atemwege positive Ergebnisse. Diese Einsatzgebiete zählen derzeit zu den am besten untersuchten und dokumentierten Anwendungsfeldern von Propolis.
Beispiel einer klinischen Studie
In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde die Wirkung eines Propolis-Rachensprays bei Infektionen der oberen Atemwege (URTI, Upper Respiratory Tract Infection) untersucht. Im Vergleich zur Placebogruppe erreichten die mit Propolis behandelten Teilnehmer deutlich schneller eine symptomfreie Phase. Die Ergebnisse weisen auf eine mögliche positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs hin.
Propolis optimal ergänzen
Die Gesundheit von Schleimhäuten und Immunsystem wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Ergänzend zu Propolis können eine bedarfsgerechte Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen, lokal verfügbares Zink und orale Probiotika zur Unterstützung eines ausgewogenen Mikrobioms beitragen. Ebenso sind gut befeuchtete Schleimhäute und erholsamer Schlaf wichtige Voraussetzungen, damit die körpereigenen Schutzmechanismen optimal funktionieren.

















